Brückentrilogie Ebnit, Dornbirn

Südöstlich von Dornbirn schlängelt sich eine Bergstraße durch raue Felslandschaft. Es ist die einzige ganzjährig befahrbare Zufahrt nach Ebnit. Drei Bogenbrücken aus Sichtbeton verbinden die Stadt Dornbirn mit dem malerischen Bergdorf.

Die Schanerlochbrücke, die Schaufelschluchtbrücke und die Kohlhaldenbrücke spannen sich in archaischem Gelände über tiefe Schluchten. Die Bergstraße führt in engen Kurven durch grob behauene Steintunnel, Galerien und entlang steiler Felswände. Drei schlichte, elegante Bogenbrücken führen über die tiefen Schluchten der Ebniterach und der Dornbirner Ach. Da die Sanierung der bestehenden Brücken aus den 30er Jahren unwirtschaftlich gewesen wäre, entschied sich die Stadt für einen Neubau. Die filigran anmutenden Brücken wurden so interpretiert, dass sie inmitten der imposanten Naturkulisse nur Statisten sind. Zurückhaltend, schlicht, aber gleichzeitig spektakulär in ihrer Gestaltung, fügen sie sich wie Betonskulpturen in die alpine Landschaft ein.

1. Teil der Brückentrilogie: Schanerlochbrücke

Die Schanerlochbrücke bildet den ersten Teil des Trios und wurde im Jahre 2005 fertiggestellt.

Sie wurde architektonisch als in sich gewundene Bogenbrücke interpretiert. Der Entwurf reagiert auf den zu beiden Enden gegensinnig gekrümmten Straßenverlauf und zeigt sich zudem in einem eleganten Schwung in einer Drehung auf der Unterseite der Brücke. Das Brückentragwerk führt die Lasten diagonal über die kurze Stützweite ab, da dort tragfähiger Fels ansteht.

Auf der langen Diagonale wird aufgrund der schlechteren Steinqualität weniger Last eingeleitet. Die 24 m lange und in sich gewundene Bogenkonstruktion war im felsigen Terrain nicht nur eine bautechnische Herausforderung, konnten doch über die enge Bergstraße nur maximal zwölf Meter lange Einzelteile transportiert werden.

2. Teil der Brückentrilogie: Schaufelschluchtbrücke

Sie wurde 2012 realisiert und spannt sich als halbe Bogenbrücke über eine schmale Schlucht. Massiv gebaut, wirkt sie optisch erstaunlich filigran und erinnert eher an einen Steg. Sie spannt sich in einem auskragenden Halbbogen in Richtung Felswand und mündet in einen Steintunnel.

An der schlanksten Stelle ist der konstruktiv minimalistisch ausgeführte Stahlbetonbogen nur 50 cm stark. Durch den skulpturalen Charakter fügt sich auch die Schaufelschluchtbrücke harmonisch in die senkrecht abfallende Felslandschaft ein. Konstruktiv wird der 26 m lange Bau als halbe Bogenbrücke an der Felswand abgefangen.

3. Teil der Brückentrilogie: Kohlhaldenbrücke

Die Kohlhaldenbrücke schließt die Brückentrilogie ab und vervollständigt das architektonische Trio. Sie ist mit 33 m die längste Brücke und wurde 2016 fertiggestellt.

Aufgrund der gegebenen Topographie wurde auch hier die geschwungene Untersicht übernommen. Alle Brücken vermitteln auf eindrückliche Weise, dass moderne Bauwerke in alpiner Landschaft als Statisten wirken können, indem sie sich der Umgebung unterordnen. Auch die Kohlhaldenbrücke erweckt den Anschein, direkt aus dem Fels gehauen worden zu sein. Jeder Teil der Trilogie bildet auf ganz individuelle Weise spielerisch die Dynamik der kurvenreichen Bergstrecke ab.

Projekte:

Schanerlochbrücke
Schaufelschluchtbrücke
Kohlhaldenbrücke

Auftraggeber:

Stadt Dornbirn

Leistungen:

Einreich- und Ausführungsplanung, Tragwerksplanung, Örtliche Bauaufsicht

Planungspartner:

Architektur Marte.Marte Architekten ZT GmbH

Fotos:

Marc Lins, M+G Ingenieure

Projekte:

Schanerlochbrücke
Schaufelschluchtbrücke
Kohlhaldenbrücke

Auftraggeber:

Stadt Dornbirn

Leistungen:

Einreich- und Ausführungsplanung, Tragwerksplanung, Örtliche Bauaufsicht

Planungspartner:

Architektur Marte.Marte Architekten ZT GmbH

Fotos:

Marc Lins, M+G Ingenieure